ADS bei Erwachsenen

Nur Kinder haben ADS“, werden viele Leute sicherlich sagen. Stimmt nicht. Auch Erwachsene haben ADS, es zeigt sich in der Regel nur anders. ADS tritt bei Erwachsenen häufig dann auf, wenn es vorher nicht erkannt oder behandelt wurde. Es gibt sogar dokumentierte Fälle von über 50-jährigen, die medikamentös behandelt wurden.

Wie zeigt sich ADS im Erwachsenenalter? In leichten Fällen bleiben nur einige Restsymptome übrig. Sie vergessen kleinere Dinge oder schaffen es oft nicht, Dinge zu erledigen, die sie sich vorgenommen haben. Bei Frauen (ja, es ist klischeehaft) stapelt sich zu nähende Kleidung o.Ä., Berufstätige verpassen Termine oder Hobbyfußballer vernachlässigen das Training.

Wenn die Sache jedoch nicht mehr ganz so leicht ist, kann es oftmals existenzbedrohend werden: Wenn Berufstätige nicht ab und an mal einen Termin vergessen, sondern ständig, wenn sie nicht in der Lage sind, in einem Großraumbüro zu arbeiten, weil sie ständig jedem ins Wort fallen oder sich in wichtigen Meetings nicht auf das Wesentliche konzentrieren können, sondern lieber das Eichhörnchen beobachten, das den Baum hoch läuft, kann das ernste Konsequenzen nach sich ziehen.

Jetzt werden sie sagen: Ok, das passiert bei Kindern nicht, weil Kinder nicht arbeiten. Aber ansonsten ist es genau das gleiche. Ich gebe ihnen Recht. Doch nun folgt der wesentliche Unterschied in der Erscheinung der Krankheit bei Kindern und Erwachsenen. In erster Linie haben erwachsene ADS-Kranke leichte bis schwere Persönlichkeitsstörungen. Diese reichen von einfachen leichten Stimmungsschwankungen bis hin zu schweren Depressionen oder ausgeprögten Manien. Sie sind auf der Suche nach dem Extremen. Sie wollen immer „krassere“, immer „abgefahrenere“ Dinge tun. Nichts verwerfliches. Eigentlich. Denn häufig suchen sie diese Extreme nicht beim Bergsteige oder Bungeejumping, sondern im Rausch. Alkohol- und Drogenabhänigkeit treten vermehrt bei erwachsenen Betroffenen auf. Auch anderes Suchtverhalten ist bei ADS-kranken Erwachsenen oftmals der Fall. Nikotin- und Spielsucht sind hier die häufigsten Verteter.

Ganz kurz. Dies soll keine Ausrede für suchtkranke Menschen liefern. Da, wie schon erwähnt, 5-9% der Kinder Symptome aufweisen bzw. an ADS leiden, können auch nur 5-9% der Erwachsenen an ADS leiden (vorrausgesetzt, die Kindersterberate ist signifikant gering, was sie ja Gott sei Dank ist). Überlegen Sie kurz, wie viele Erwachsene Raucher sie kennen oder in etwa jeden Tag sehen. Ich will Suchtkranke auf keinen Fall in Schutz nehmen, aber sie sind, wie der Name schon sagt krank. So bedarf es oftmals einer Behandlung um sie „gesund“ zu machen. Egal, ob sie ihre Sucht selbst verschuldet haben odr nicht, irgendwann haben sie keine Kontrolle mehr darüber. Aber ich schweife ab. Ich wollte nur erwähnt haben, dass ADS keine Ausrede für exzessives Suchtverhalten darstellt.

In manchen Fällen entwickeln Betroffenen auch eine sogenannte Bipolarität. Im Volksmund wird sie oft als „manisch-depressive Krankheit“ bezeichnet. Bipolarität ist eine Persönlichkeitsstörung, die Phasenweise verläuft. Wie der Name schon sagt, gibt es manische und depressive Phasen. In den manischen Phasen zeigen die personen eine erhöte Aktivität, unangemessene gute Stimmung, gesenkte Hemmschwelle, wenig Schlafbedürfniss, Unruhe, etc. In den depressiven Phasen hingegen sind die Betroffenen niedergeschlagen, antriebslos, langsam, fühlen sich wertlos und haben sogar suizidale Gedanken. Unbehandelt ist Bipolarität eine sehr gefährliche Krankheit.

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