Was passiert, wenn ADS nicht erkannt wird?

Und was passiert, wenn ADS unbehandelt bleibt? Welche Krankheiten treten vermehrt im Zusammenhang mit ADS auf?

Wenn ADS nicht erkannt wird, kann das schwere gesellschaftliche Folgen für die Betroffenen haben. Er wird von seinem Umfeld als desinterresiert, faul, arrogant und dumm wahrgenommen. Er bekommt oftmals Sanktionen von Autoritätspersonen, wie Eltern oder Lehrern, ohne wirklich zu wissen warum. Folglich können die Betroffenen ihr „Fehlverhalten“ auch nicht abstellen oder korrigieren, wodurch eine ablehnende Haltung beider Parteien der jeweils anderen gegenüber entsteht. Gleichaltrige sind nicht gewillt oder fähig, die Betroffenen zu integrieren, da sie immer im Mittelpunkt stehen wollen und Gespräche, Spiele oder andere Handlungen unterbrechen. Betroffene werden oft als unangenehme Zeitgenossen beschrieben, als nicht gesellschaftsfähig oder einfach nur störend. Und als ob das nicht schon genug wäre, tragen diese ganzen Faktoren dazu bei, dass viele der ADS-Betroffenen Probleme in der Schule bekommen. Sie entwickeln eine solche Versagensangst, dass es ihnen noch schwerer als ohnehin schon fällt, sich während Klassenarbeiten zu konzentrieren. Schlechte Noten und miserabele Schulabschlüsse sind die unmittelbare Konsequenz.

Kommen wir nun zu Krankheiten und Störungen, die häufig mit ADS einhergehen. Da wären zuerst mal Störungen des Sozialverhaltens. Neben den üblichen, vom Umfeld wahrgenommenen „Störungen“ kommen zusätzlich noch aufsässiges und aggresives Verhalten hinzu. In Verbindung mit einer geringen Frustrationstoleranz eine sehr heikle Kombination. Diese Störungen können sich auf die Familie beschränken oder sich gar soweit ausweiten, das völlig Unbeteiligte sich auf einmal in der Schussbahn eines Wutanfalls befinden.

Weitere Störungen sind Störungen der schulischen Fertigkeiten. Dies manifestiert sich zum Beispiel in Form einer Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Dyskalkulie. In schwerwiegenderen Fällen kann diese sich auch in mehreren Bereichen zeigen. Es kommt des öfteren auch zu Sprachstörungen wie stottern, stammeln und poltern. Auch eine Intelligenzminderung, das heißt eine unter dem Durchschnitt liegende kognitive Fertigkeit, kann auftreten. Diese zählt sogar schon zu den geistigen Behinderungen. Das zeigt die Notwendigkeit einer ärztlichen Meinung im Falle einer Vermutung seitens der Eltern oder des Betroffenen selbst.

Verhältnismäßig viele Betroffene zeigen auch Tic-Störungen und OCDs, Zwangshadlungen. Ähnlich wie bei unter dem Tourette-Syndrom leidenden Menschen führen die Betroffenen kurze unwillkürliche Bewegungen aus oder geben ungewollt Laute von sich. Ganz häufig bilden sich auch Angststörungen aufgrund des ständigen Versagens. Hierraus resultiert auch ein geringes Selbstbewusstsein und einer sehr negative Sicht der eigenen Person. In manchen Fällen führt dies zu Persönlichkeisstörungen und Depressionen.

Wenn sie also nicht sicher sind, ob jemand in Ihrem Bekannten- ode Familienkreis unter ADS leidet und sie einen begründeten Verdacht haben, nehmen sie die Mühe auf sich und gehen sie mit demjenigen zum Arzt und lassen ihn untersuchen. Schlimmstenfalls haben Sie nur ein paar Stunden Zeit geopfert, bestenfalls aber einem Menschen das Leben um einiges erleichtert.

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