Therapie und Behandlung bei ADS

Wie behandelt man ADS-Kranke? Auch auf diese Frage gibt es keine Universalantwort. Liegt diesmal allerdings nicht an mangelden Forschungsergebnissen, sondern an der Unterschiedlichkeit jedes einzelnen Falles. Daher macht man in den meisten Fällen eine sogenannte multimodale Therapie, bestehend aus

  • Aufkärung und Beratung der Eltern, Kinder, Verwandten und Lehrern/Erziehern
  • Elterntraining
  • Interventionen im Kindergarten bzw. der Schule
  • Psycho-, Verhaltens- und Ergotherapie
  • medikamentöse Behandlung

Eine ausführliche Aufklärung über das Thema ADS, die Symptome und Ausprägungen der Krankheit, die geplante Therapie etc. ist wichtig und grundlegend für jede Behandlungsform von ADS. Die Eltern und Lehrer müssen über den momentanen Stand der Kranktheit und der Therapie Bescheid wissen, um in gewissen Situationen richtig handeln zu können. Dieses „richtige Handeln“ wird auch in speziellen Elterntrainings geschult. Oftmals sind auch Gespräche mit der Schulklasse oder der Kindergartengruppe von großem Nutzen für die Betroffenen. So können sie besser integriert werden.

Die medikamentöse Behandlung findet vornehmlich mit Methylphenidat, den Meisten jedoch unter seinem üblichen Handelsnamen Ritalin bekannt, statt. Ritalin hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin, auch „Glückshormon“ genannt, und Noradrenalin, einem dem Adrenalin verwandten Hormon, dass unsere Konzentration und Aufmerksamkeit steigert. Wiederaufnahme heißt in diesem Fall die Wiederaufnahme der Hormone aus dem Blut durch ausschüttenden Zellen. Folglich erhöht sich die Blutkonzentration der beiden Hormone und man kann sich besser konzentrieren. Jedoch ist Ritalin ein gefährliches Mittel, es kann süchtig machen, wenn man zu großen Dosen über einen zu langen Zeitraum ausgesetzt ist. Daher wird jeder Patient individuell auf das Mittel eingestellt. In dieser Phase können Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit als Symptome auftreten. Bei Frauen lassen sich die Symptome oft auch mit Östrogenpräparaten in den Griff bekommen, allerdings sollten die Betroffenen schon etwas älter, also zumindest in der Pubertät sein.

Eine Verhaltenstherapie ist dann notwendig, wenn die Betroffenen als „teilweise sozial inkompetent“ eingestuft werden. Die Kinder lernen, wie sie sich in der Öffentlichkeit verhalten sollen und wie sie auf Mitmenschen, die nichts von ihrer Krankheit wissen und ihnen eventuell ablehnend gegenüber treten, reagieren sollen. Ergotherapie, Konzentrationsübungen und kognitives Training helfen den Kindern, sich ihre Konzentration zu verbessern und ihre Aufmerksamkeitsspanne zu verlängern. Allerdings sollte dies, in Abgrenzung zum Begriff “Gehirnjogging”, nicht aus Zeitvertreib sondern als medizinische Maßnahme stattfinden. Das Internetportal NeuroNation bietet ein umfassendes kognitives Training und ab dem 01.10.2011 auch eine Software, die von Prof. Niedeggen von der FU Berlin mitentwickelt wurde.

Eine ganz neue Methode der Behandlungsunterstützung bietet die Nährstofftherapie. Es gab Studien, die belegt haben, dass eine tägliche Gabe von Omega-3-Fettsäuren zur Minderung der Symptome der Hyperaktivität beiträgt. Andere Studien geaben Zink, Vitamin E und Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel.

Es gibt auch ein paar Ansätze zu Alternativtherapien, zum Beispiel die sogenannte Neurotransmittertherapie. Hier erhalten die jeweiligen Personen Rückmeldung (optisch oder akkustisch) über Veränderung ihres EEGs, zum Beispiel wenn die Konzentration sinkt. So wissen die Betroffenen sofort Bescheid und können ihr Verhalten eventuell anpassen.